Hypnose und Immunerkrankungen

Hypnose und Immunerkrankungen

Immunerkrankungen lassen sich in 4 Gruppen, nämlich Allergien, Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Krebs, unterteilen.

Nur durch ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Immunzellen und Zytokinen kann ein funktionierendes Immunsystem entstehen und ein Eindringen und Ausbreiten von pathogenen Krankheitserregern im Körper verhindert werden.

Durch einige, bereits seit längerer Zeit durchgeführten Studien, weiß man, dass das Immunsystem in engem funktionalem Zusammenhang mit dem Nervensystem und dem endokrinen System steht. So wurde bereits 1878 von Pasteur, in einem Tierversuch mit Hühnern, ein Zusammenhang zwischen Stress und verminderter Immunleistung nachgewiesen.

Deshalb bilden hypnotherapeutische Ansätze und medizinische Hypnose bei Patienten mit immunologischen Krankheiten heute eine attraktive Ergänzung und unterstützende Therapieoption zur konventionellen und natürlich unverzichtbaren Pharmakotherapie.

Intervention – Hypnose:

Nach den Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie bildet im wesentlichen regelmäßiges Training die Basis um mit Hypnose einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Auch die richtige Motivierung und die Vermittlung von Grundlagen der Psychoneuroimmunologie an den Patienten, sowie die sachliche Aufklärung über Möglichkeiten und Grenzen einer hypnotherapeutischen Behandlung sind wesentlich.
Zu Beginn einer Hypnose Behandlung ist es ratsam dem Patienten keine unangemessenen Heilserwartungen zu suggerieren, dazu kann man auch einfach Fallgeschichten von eigenen Patienten und deren Verlauf erläutern. Auch die Wichtigkeit der aktiven Mitarbeit und das selbstständige Üben sollte mehrmals explizit zum Ausdruck gebracht werden.

Für einen erfolgreichen Verlauf ist es auch notwendig ein stabiles Wohlbefinden und Gesundheitsbewusstein, bzw. ein Gefühl davon im Patienten zu erzeugen.
Dabei versucht man im Patienten einen Zustand von Gesundheit innerlich visualisieren zu lassen, indem er die Aufmerksamkeit komplett auf einen seiner Meinung nach völlig gesunden Teil seines Körpers fokussiert. Dieser wird anschließend mit verschiedenen Aspekten des VAKOG-Schemas verknüpft und kann auch an einen realen oder abstrakten Wohlfühlort transferiert werden um somit immunstabilisierende Anker zu erzeugen.
Dieser resourcenvolle Zustand wird durch eine spezielle Trance durch „pacing und leading“ erreicht.
Ziel ist es, dass die Patienten diese immunmodulierende Vorstellung durch posthypnotische Suggestionen und viel Training selbst erzeugen können, und auch mit Alltagshandlungen verknüpfen.
Durch diese erzeugten Heilbilder gibt man den Patienten ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Erkrankung. Aus der Gesundheitspsychologie weiß man, dass alleine die Illusion der Kontrolle ausreicht, um ein höheres Wohlbefinden zu erzeugen.

Markus Reinprecht, MEDUNI Graz

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