Mesmers Trancen und „Thier-Magnetismus“ – Hypnose Österreich

 

Bei Mesmerischen Trancen und der Anwendung von Tier-Magnetismus handelt es sich um eine Form von ärztlicher Hypnose und Trance, die ihre Blütezeit im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte – Hypnose Österreich. In dieser Zeit wurden Mesmerische Phänomene ausgiebig von wissenschaftlichen Gesellschaften inklusive der Royal Society und der französischen Akademie der Wissenschaften in zahllosen Versuchsreihen untersucht – Hypnose Österreich. Heute haben diese Anwendungen keinen gesicherten Platz in der modernen ärztlichen Hypnose. Die dabei auftretenden Phänomene und Besonderheiten sind es dennoch wert, beschrieben und eventuell auch erfahren zu werden. Während es zweifelsohne gelingt, durch Mesmerische Passes Trancephänomene herbeizuführen, sind diese gegenüber konventionellen Formen der ärztlichen Hypnose in den gegenwärtigen Schulen oft schwer steuerbar, schwer beeinflussbar und nicht selten begleitet von unvorhersehbaren Reaktionen und Phänomenen (z.B. Lucider Somnambulismus). Es ist jedem selbst überlassen solche subjektiven Wahrnehmungen zu deuten.

Historisches – Hypnose Österreich

F.A. Mesmer wurde in den Ort Weiler, in der Nähe von Stein am Rhein 1734 geboren und starb in Mersburg 1815. Er studierte Medizin in Wien unter Van Swieten und de Haen und graduierte an der Medizinischen Fakultät in Wien 1766. Seine Dissertation behandelte ein Thema, das zur damaligem Zeit in der Medizin offensichtlich eine wesentliche Rolle spielte (im Volk heute noch immer): „Der Einfluss der Planeten auf den menschlichen Körper“.

Mesmer war schon zu Lebzeiten eine umstrittene Persönlichkeit. Bis heute lässt sich schwer beurteilen, ob Mesmer in gewissen Ansätzen seiner Arbeit genial war oder verrückt – Hypnose Österreich.
Gerade neuere Ergebnisse über quantenphysikalische Beeinflussung biologischer Systeme und interzelluläre Kommunikation über Biophotonen werfen wieder ein neues Licht auf die alten Überlegungen. Mesmer lehrte auch in Paris und behandelte zur damaligen Zeit viele Menschen aus dem Hof von Louis XVI. Mesmer verließ Paris 1784 und hinterließ eine große Gefolgschaft von Tier-Magnetiseuren, wobei als bekanntere Namen d’Elson, Deleuze, Abrial und andere genannt werden können. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts findet sich eine große Zahl von Büchern und Arbeiten über Tier-Magnetismus und Mesmerische Trancen, welche versuchen, die dabei beobachteten Phänomene zu deuten. In den folgenden 100 Jahren nach Mesmer fanden sich zahlreiche Autoren in Deutschland, Frankreich und vor allem England, welche die Theorien der Mesmerischen Trancen und des Tier-Magnetismus nach allen möglichen Seiten verfeinerten.
Anwendungen fanden sich nicht nur in medizinischer Art, sondern auch experimentell, wobei es zu einem ausgiebigen Studium der Phänomene kam. Die mangelnde Erklärbarkeit der Phänomene einerseits, Neid der Ärzte untereinander andererseits und auch interessanterweise gesellschaftliche Prüderie setzten der Anwendung und dem Studium des Tier-Magnetismus um die Jahrhundertwende ein eher abruptes Ende. So werden mesmerische Passes über Körperpartien von Frauen in der Viktorianischen Zeit unter Polizeiaufsicht durchgeführt, als unsittliche Belästigung bzw. Annäherung empfunden und deshalb unter anderen verboten.
Die ärztliche Hypnose als solches fand eine Wiederauferstehung eigentlich erst mit Freud und Erikson im 20. Jahrhundert.

KLASSISCHE MESMERISCHE DOKTRIN – Hypnose Österreich

  1. Es existiert eine Form gegenseitiger Beeinflussung zwischen Himmelskörpern, Erde und lebenden Körpern (eine ähnliche Annahme liegt auch dem I’CHING zugrunde).
  2. Das Medium des tiermagnetischen Einflusses ist ein universeller Fluid, welchen den gesamten Raum erfüllt und in der Lage ist, Einflüsse aufzunehmen, hervorzubringen und zu kommunizieren (quantenphysikalisch vergleichbar mit der Verschränkung von Teilchen).
  3. Diese gegenseitige Beeinflussung ist Teil eines mechanischen Gesetzes, welches noch unbekannt ist (mehr und mehr darüber wird über Quantenphysik erklärbar).
  4. Innerhalb des genannten Kontinuums auftretende Effekte sind im Sinne von Flux- Reflux zu sehen.
  5. Dieser Flux und Reflux sind eher oberflächlich diffus, oder sehr speziell, mehr zielgerichtet oder nicht, je nach auslösenden Ursachen.
  6. Auf dieser Ebene funktionieren die Beziehungen und Aktivitäten zwischen Himmelskörpern der Erde und den einzelnen Bestandteilen
  7. Verschiedene Eigenschaften der Materie und organisierter Körper (lebendige Organismen) zeigen eine gegenseitige Abhängigkeit innerhalb dieses Fluids.
  8. Lebende Körper (daher Tier-Magnetismus) erfahren die unterschiedlichsten Einflüsse über diesen Fluid. Über das sensibelste Organ, das Nervensystem, entstehen direkte Effekte aus solchen Einflüssen
  9. Es gibt spezifische Eigenschaften des Lebens, insbes. im menschlichen Körper, welche vergleichbar mit denen eines Magneten sind. Die Veränderungen dieses „magnetischen“ Fluids zeigt im Menschen ebenfalls eine Art Pole, gegenteilige Anziehung und Abstoßung, es kann damit kommuniziert werden, die Eigenschaften verändert, zerstört oder wieder hergestellt werden (heute oft als Bioenergie bezeichnet).
  10. Eine der wesentlichen Eigenschaften von lebenden Organismen ist, dass sie von Himmelskörpern beeinflusst werden können, aber auch von Materie rund um sie herum bzw. von lebenden Wesen rund um sie, was sich analog zu einem Magneten manifestiert, daher wird dies Eigenschaft als Tier-Magnetismus bezeichnet.
  11. Bestimmte Eigenschaften dieses Tier-Magnetismus, als solche speziell charakterisiert, können zwischen lebenden aber auch unbeseelten Körpern kommuniziert werden. Beide, lebende aber auch nicht beseelte Körper können solche Information transportieren (Prinzip der Homöopathie).
  12. Spezifische Eigenschaften dieses Magnetismus können verstärkt werden, aber auch direkt von denselben Individuen hervorgebracht werden.
  13. Dieser subtile Fluid im Sinne des Tier-Magnetismus kann geladen und entladen werden.
  14. Der Einfluss über dieses Medium kann auch über Distanz ohne eine direkte Verbindung erfolgen.
  15. Eine Verstärkung des Einflusses ist über Eis möglich.
  16. Weiters kann dieses Medium durch Sprache kommuniziert, hervorgebracht und verstärkt werden (vorwiegendes Medium der modernen Hypnose).
  17. Der tiermagnetische Einfluss kann verdichtet, konzentriert und übertragen werden.
  18. Beseelte Körper (lebende Wesen) unterliegen nicht in gleicher Weise diesem Einfluss. Von manchen Wesen kann der magnetische Einfluss gegenteilig sein, dass ihre Gegenwart allein genügt, um alle tiermagnetischen Einflüsse aufzuheben.
  19. Es gibt auch eine gegenteilige magnetische Kraft mit allen Körpern mit vollständig entgegengesetzten Eigenschaften.
  20. Die Quelle, welche Tier-Magnetismus erzeugt bzw. dieser selbst unterscheidet sich grundlegend vom Magnetismus, der von Metallen ausgeht.
  21. Es scheint sich dabei um ein bislang unbekanntes Medium zu handeln, das nicht vergleichbar ist mit Feuer, Licht, Elektrizität oder Magnetismus im herkömmlichen Sinn ist.
  22. Metallischer Magnetismus oder Elektrizität haben nur sehr generelle Effekte auf Krankheiten, während spezifische Effekte über das Medium des Tier-Magnetismus mediiert werden.
  23. Die Verwendung des Tier-Magnetismus erlaubt die direkte Behandlung von Nervenkrankheiten und die indirekte Behandlung von verschieden anderen Krankheitsbildern.
  24. Die Anwendung von Tier-Magnetismus unterstützt die Anwendung medikamentöser Therapien durch den Arzt.
  25. Die erfolgreiche Anwendung Mesmerischer Trance auf Krankheitsbilder scheint eine sehr breite Verwendung zu ermöglichen.
  26. Durch die Kenntnisse des Tier-Magnetismus soll der Arzt in der Lage sein, Ursprung und Fortschreiten auch komplizierter Krankheitsbilder zu erkennen. Es werden dadurch Behandlungsmöglichkeiten eröffnet, ohne den Patienten gefährlichen Komplikationen auszusetzen, unabhängig von Alter, Temperament und Geschlecht.
  27. Diese Doktrin erlaubt es dem Arzt, exakt den Grad eines Krankheitsbildes zu erkennen und sich selbst vor Krankheiten zu schützen. Dadurch soll die Heilkunst ihre letzte Perfektion erreichen.

Dies ist ein Auszug aus der Mesmerischen Doktrin – Hypnose Österreich.

Ausschnitte aus einem Bericht von N. Husson aus dem Jahre 1931

Durch den Kontakt der Daumen oder der Hände bzw. durch Bewegungen, welche in kurzem Abstand vom Körper durchgeführt werden, die auch Passes genannt werden, kann ein magnetischer Kontakt zum Gegenüber aufgebaut werden. Über diese Passes überträgt der Magnetiseur seine magnetische Kraft, auf das zu magnetisierende Objekt. Dies ist aber nicht immer notwendig Denn es genügt unter Umständen, auch die Blickfixation allein, um magnetische Phänomene hervorzurufen. Bemerkenswert ist auch hier die Beobachtung, dass der Magnetismus besonders bei Personen in guter Gesundheit eher schlecht wirksam ist. Auch hier ist als Trance-verstärkend die Monotonie der Bewegungen und Sprache erwähnt Die Effekte, welche hervorgerufen werden, sind sehr unterschiedlich, wie eingangs erwähnt, manche erfahren eine Störung, andere eine Beruhigung. Man kann eine Beschleunigung der Atmung und des Kreislaufes sehen, auch Konvulsionen ähnlich wie bei Elektroschocks und Phänomene welche ähnlich einem Stupor oder einer Somnolenz sind. Seltener beobachtet wird ein Phänomen, welches als Lucider Somnambulismus bezeichnet wird (siehe später).
Bei wiederholten Sitzungen ist es meist nicht mehr notwendig, dass der Magnetiseur die ganzen Passes ausführt, es genügt manchmal auch nur die Gegenwart des Magnetiseurs bzw. sein Blick alleine.

Es wurde auch beobachtet, dass der „Magnetisierte“ nur mehr die Stimme des Magnetiseurs hört und sonst nichts. Meistens wird nicht wahrgenommen, was rund herum passiert. Auch unerwartete Geräusche werden nicht wahrgenommen. Wenn die Augen geschlossen sind, zeigt sich meistens ein Bulbigleiten. Bei manchen Patienten wurde beschrieben, dass der Geruchsinn aufgehoben ist, sogar starken Geruchsstoffen gegenüber wie Ammoniak. Bei anderen Patienten ist das Gegenteil der Fall. Auch Parästhesien oder vollkommene Gefühlslosigkeit bzw. Anästhesie werden beobachtet. Bei diesen Phänomenen handelt es sich um die auch aus der üblichen ärztlichen Hypnose bekannten Trancephänomene.
Echter Somnambulismus entsteht meist nicht bei der ersten, sondern erst nach der achten bis zehnten Sitzung. Das Erinnerungsvermögen von magnetisierten Personen während der Trance ist außerordentlich verstärkt. Sie können sich an kleinste Details erinnern, welche sie mit dem bewussten Denken nicht mehr in Erinnerung rufen können. Es kommt immer wieder vor, dass Somnambulisten mit verschlossenen Augen deutlich Objekte sehen können, welche vor sie hingelegt werden. Sie können diese exakt beschreiben, ohne dass die Augen geöffnet werden. Dies funktioniert auch mit verbundenen Augen.
Somnabulisten sind auch in der Lage, Symptome, aber auch die Natur und den Verlauf ihrer Krankheit ganz exakt zu beschreiben. Ebenso sind sie in der Lage, exakt zu sagen, welche Arznei ihnen gut tut und welche nicht.
Es wird berichtet, dass zwischen allen lebenden Wesen eine Verbindung über diesen Fluid besteht und das es zu einem ständigen gegenseitigen Magnetisieren kommt Durch das Fokussieren des magnetischen Fluids im Rahmen der Mesmerischen Passes und deren Einflusses kommt es zu einem deutlichen Einfluss eines Objektes auf das andere. Besonders günstig beeinflussen lassen sich junge Frauen und Kranke, besonders schlecht Männer höheren Alters, welche gesund sind. Das ist allerdings eine Daumenregel und diese lässt sich nicht immer anwenden. Weites sind Menschen, die zu einer leichten Form der Hysterie neigen, besonders geeignet.

Methoden der Induktion tiermagnetischen Schlafes oder mesmerischer Phänomene – Hypnose Österreich

Es existiert, so die alte Literatur, im Menschen und möglicherweise in allen organisierten Lebewesen, eine subtile Materie, eine Ursache oder ein Projekt des Lebens, welches sich von einem Individuum auf das andere transferieren lässt. Durch diese Übertragung etabliert sich eine intime Beziehung zwischen zwei Lebewesen, welche beide dieser Kraft oder subtilen Materie unterliegen. Das ist, kurz gefasst, die gesamte Theorie des magnetischen Fluids, welchem die Magnetiseure die größte Bedeutung zumessen. Dieser magnetische Fluid ist durch den Willen bewegbar („Die Welt als Wille und Vorstellung“-Schopenhauer). Unsere Organe wirken wie Antennen oder Leitungen, die Gesten und Bewegungen werden somit Werkzeuge aller mentalen Aktionen. Die Möglichkeiten, diesen magnetischen Fluid zu beeinflussen oder zu applizieren, sind prinzipiell unendlich und variieren von Magnetiseur zu Magnetiseur.
Dennoch gibt es einige Techniken, welche sich besonders günstig und leicht erlernbar erwiesen haben:

Die Methode nach Deleuze
1. Versuchen sie, mit dem Patienten an einem möglichst ruhigen Ort allein zu sein oder nur jene Personen im Raum zu lassen, die unbedingt erforderlich sind. Bitten sie Anwesende nicht in den Prozess einzugreifen. Die Raumtemperatur soll angenehm sein. Stellen sie sicher, dass sie während der Sitzung nicht unterbrochen werden können.

2. Setzen sie den Patienten in eine möglichst angenehme Haltung und setzen sie sich gegenüber auf einen Sitz, der nach Möglichkeit etwas erhöht ist und zwar so, dass die Knie des anderen zwischen ihren sind und dass ihre Füße neben den Füßen des Patienten zu stehen kommen. Fordern sie ihren Patienten auf, sich zu entspannen, nach Möglichkeit nichts zu denken und darauf zu achten, dass nichts seinen Geist ablenkt, was seine eigene Erfahrung mit dieser Art der Trance stören könnte. Zerstreuen sie alle Ängste und erlauben sie ihrem Patienten Hoffnung, erwecken sie sein Interesse in der Erfahrung der Mesmerischen Trance. Erwähnen sie auch, dass vorübergehend Schmerzen oder Verkrampfungen auftreten können, welche sich dann wieder legen.

3. Wenn sie alles so arrangiert haben, nehmen sie die Daumen des Patienten zwischen ihre Zeigefinger und Daumen, so dass die Innenfläche ihres Daumens die Innenfläche seines Daumens berührt und fixieren sie ihre Augen auf den Patienten. Verbleiben sie so zwei bis fünf Minuten oder so lange, wie sie glauben, dass sie dazu benötigen, eine Verbindung mit dem magnetischen Fluid des Patienten etablieren zu können. Es mag sein, dass während dieser Zeit eine Art Pult zwischen ihren Daumen und dem Daumen des Patienten spürbar wird, dieser kann regelmäßig oder unregelmäßig sein, kann auch nur vorübergehend auftreten, wird dann meistens etwas unregelmäßiger, leichter und verschwindet dann vollständig. Offensichtlich hat dies Art des Pulsfühlens nicht zu tun mit dem normalen arteriellen Pulsschlag.

4. Ziehen sie ihre Hände nun langsam zurück und teilen sie diese nach rechts und nach links und zwar so, dass die Innenfläche ihrer Hände nach außen sieht und heben sie dann ihre Hände in die Höhe des Kopfes des Patienten. Nun legen sie die Hände auf seine Schultern, so dass sie dort ruhig zu liegen kommen, lassen sie die Hände etwa eine Minute ruhig liegen und führen sie sie dann langsam entlang den Schultern und der Arme bis an das Ende der Finger, so dass sie dabei den Patienten leicht berühren. Es ist aber auch möglich, dass sie diese Bewegung machen, ohne den Patienten überhaupt zu berühren. Wiederholen sie diese Passe beginnend von der Schulter bzw. von Kopfhöhe, 5- oder 6-mal, wobei sie, sobald die die Finger erreicht haben, die Handflächen wieder nach außen drehen, einige Zentimeter vom Körper entfernen und mit den Außenflächen ihrer Hände zum Patienten gerichtet wieder nach oben fahren, die Hände in Kopfhöhe über den Schulter wieder so drehen, dass ihre Handfläche zum Patienten schaut und streichen sie wieder entlang der Arme bis zu den Fingern. Nach mehrmaliger Wiederholung, kehren sie mit ihren Händen zurück über den Kopf des Patienten und lassen sie sie dort einige Zeit ruhen, ohne den Patienten zu berühren, so dass die Hände über dem Kopf liegen und die Handflächen zum Kopf stehen.

5. Führen sie dann die Hände mit den Handflächen vor dem Gesicht etwa im Abstand von 3 – 4 cm, bis hin über die Magensenke, sodass ihre Hände mit dem Daumen an der Magensenke zu liegen kommen. Berühren sie die Magensenke mit ihrem Daumen und lassen die die Hände so liegen, dass ihre Finger unter dem Rippenbogen zu liegen kommen. Lassen sie ihre Hände etwa 2 Minuten so liegen und führen sie dann ihre Hände langsam über den Kopf hinunter, entlang der Oberschenkel über die Knie, wenn es ihnen gelingt bis zu den Zehen des Patienten. Auch hier ist eine Berührung des Patienten nicht notwendig. Wiederholen sie auch diese Passes mehrere Male. Wenn sie mit den Händen wieder zur Magensenke oder dem Kopf hinauffahren, vergessen sie nicht, die Handflächen zum Patienten zu richten und erst bei der Bewegung nach unten mit den Handflächen zum Patienten hin ihre Exkursionen zu machen.

6. Dasselbe können sie machen, indem sie ihre Hände dann über die Schultern des Patienten nach hinten hinuntergleiten lassen entlang der Wirbelsäule und ebenfalls über die Hüften bis zu den Füßen. Günstig ist es auch beim Ausstreichen des magnetischen Feldes des Patienten bis zu den Füßen nach jedem der Passes auf die Arme, den Schultern, den ganzen Körper durchzuführen. Es ist auch anzumerken, dass die Berührung der Hände im Epigastrium nicht unbedingt zwischen Händen und Körper des Patienten notwendig ist – im Gegenteil, manchmal kann dies auch zu einer Störung des Patienten führen Insgesamt ist eine direkte Berührung des Körpers des Patienten eigentlich nicht notwendig.

Methode nach Elliotson

Stellen sie sich vor die zu magnetisierende Person nach einigen Minuten der Stille und der Konzentration, heben sie die Hände vor die Stirne des Patienten und führen sie die Handflächen in einen Abstand von wenigen Zentimetern von der Stirne langsam nach unten, über das Gesicht, die Brust und das Abdomen. Wenn sie die Hände wieder nach oben führen, stellen sie sicher, dass die Handrücken zum Patienten schauen, während der Aufwärtsbewegung und die Handflächen während des Passes zum Patienten schauen. Wiederholen sie diese Bewegungen so lange, bis die zu magnetisierende Person in magnetischen Schlaf verfällt.

Magnetisieren über den Kopf
Diese Methode scheint eine der effektivsten zu sein und eine der einfachsten zugleich. Setzen oder stellen sie sich gegenüber der Person, welche sie magnetisieren wollen. Machen sie einige Passes mit den Handflächen zum Patienten gerichtet von oben, vom Kopf über das Gesicht, entlang der Arme, entlang der Körperachse. Dann führen sie die Hände mit nach außen gerichteten Handflächen wieder nach oben und platzieren sie die Hände nach einer Drehung so, dass ihre Handflächen zu den Schläfen des Patienten gerichtet sind. Lassen sie ihre Hände einige Minuten so ruhen. Dann führen sie die Hände langsam in Richtung des Occiputs, drehen sie die Handflächen nach außen, führen sie die Hände zurück zu den Schläfen (zu deren vorderen Teil) und wieder nach hinten, so oft, bis der Patient in magnetischen Schlaf verfällt.
Dann machen sie Passes über die Beine, Oberschenkel, Knie bis hin zu den Zehen, nach Angaben der Magnetiseure zieht das den magnetischen Fluid nach unten.

Magnetisieren durch den Blick
Diese Technik funktioniert selten bei Individuen, die zum ersten Mal magnetisiert werden und erfordert vom Magnetiseur einen besonders penetrierenden, scharfen, tiefen Blick. Bei der ersten Sitzung ist dies meist unmöglich. Von den Magnetiseuren wurde beobachtet, dass unter Anwendung dieser Technik, wenn möglich, die Clairvoyance (die Paraphänomene wie Hellsichtigkeit etc.) häufiger auftritt. Setzen sie sich vor ihren Patienten und richten sie ihren Blick mit der ihnen maximal möglichen Fixation auf die Augen des Patienten und weisen sie ihn an, ihnen ebenso tief in die Augen zu schauen. Ist der Patient in der Lage, über den Blick in Trance zu gehen, werden seine Augenlider unruhig, die Augen werden feucht werden und sich letztendlich schließen.

Magnetisieren durch den reinen Willen
Einige Magnetiseure waren in der Lage, reproduzierbar zu zeigen, dass sie durch ihren reinen Willen Individuen, welche sie bereits vorher magnetisiert hatten, in einen magnetischen Schlaf versetzen zu können. Auch ohne diese zu sehen und ohne dass diese wussten, dass der Magnetiseur z.B. im Nebenraum anwesend war. An der Französischen Akademie der Wissenschaften im Hotel Dieu wurden solche Experimente mehrfach durchgeführt, vor allem in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts.

Methode nach Faria
Abbé Faria war ein Showhypnotiseur, der in der Lage war, Patienten durch seinen kräftigen Ausruf „schlafen sie!“ in Trance zu versetzen. Dieser Ausruf mitten in absoluten Stille und unmotiviert (Überraschungsmoment) zugleich mit der Erwartungshaltung der zu hypnotisierenden Person, konnte diese in Trance versetzen.

Welche Methode auch immer angewandt wird, es ist wichtig, mit den mesmerischen Passes nicht sofort aufzuhören, wenn der Patient offensichtlich in seinen magnetischen Schlaf verfällt, sondern diese noch einige Zeit fortzusetzen. Wenn sie das Gefühl haben, dass der Patient ausreichend magnetisiert ist, warten sie dennoch einige Minuten, bevor sie ihn ansprechen. Sprechen sie mit ihm immer in einer sanften, freundlichen Art und Weise und sprechen sie langsam. Lassen sie sich Zeit zu antworten und machen sie ihn darauf aufmerksam, dann keine Eile besteht. Nehmen sie alles was der Patient sagt ernst, denn das Unbewusste will ernst genommen werden.
Während einer Sitzung ist es sehr praktisch, den Patienten zu befragen, wann er wieder in magnetischen Schlaf versinken will, d.h., wann er seine nächste Sitzung machen will. Vereinbaren sie einen Zeitpunkt mit dem Patienten, der seinem Unbewussten willkommen ist. Auch wenn sie den Patienten aus dem Schlaf aufwecken und er sich mit dem bewussten Denken nicht mehr an diesen Zeitpunkt, den sie mit ihm vereinbart haben, erinnert, wird sich das Unbewusste sehr wohl erinnern und die nächste Sitzung wird wesentlich erfolgreicher sein.

Zahl und Zeitpunkte der Sitzungen
Wie eingangs erwähnt, ist es selten, dass bei der ersten Sitzung bereits ein magnetischer Schlaf erreicht werden kann. Dies ist allerdings nur scheinbar so und die Zeichen des magnetischen Schlafes bei den ersten Sitzungen sind oft minimal und kaum wahrgenommen. Wollen sie wirklich tiefen magnetischen Schlaf bei einer Person erreichen, welche nicht sofort in Trance gehen kann, bestellen sie die Person täglich über acht Tage, immer zur selben Stunde und machen sie sich nichts daraus, wenn bei den ersten Seitzungen kein Erfolg entsteht. Man sollte zumindest 20 Minuten für eine Sitzung verwenden. Was auch immer sie machen, schauen sie, das sie dieselbe Person um dieselbe Uhrzeit in Trance versetzen, wenn sie mehrere Sitzungen machen.
Sollte es bei einer Sitzung zu Komplikationen kommen, wie Konvulsionen, Ängste, Verspannungen, Krämpfe aller Art, bleiben sie ruhig, verwenden sie ihre Willenskraft und ihre Erfahrungen unter Einbringung ihrer Persönlichkeit und Ruhe, zur Beruhigung des Patienten und führen sie ihn vorsichtig in einen Ruhezustand, am besten unter Verwendung hypnotischer Techniken, welche sie in der Ausbildung der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche und zahnärztliche Hypnose erlernen können.

Beendigung einer Sitzung
Die Rückführung aus magnetischem Schlaf erfolgt ebenfalls durch Passes. Die einfachste Methode – wie auch immer sie primär eine Induktion gemacht haben – besteht darin, das zentrierte magnetische Feld wieder aufzulösen. Dies erfolgt mit einer Art schwimmender Bewegung, in dem sie mit den Handflächen geschlossen zur Stirne des Patienten hinfahren, die Handflächen nach außen teilen und – wie beim Brustschwimmen – ein imaginäres Feld auseinander teilen. Wiederholen sie diese Bewegung mehrmals in der Höhe der Stirne des Patienten und führen sie diese Bewegung dann sich wiederholend an der Körperachse nach unten fort, als würden sie dieses Feld von der Stirne bis zum Nabel hinunter auseinander teilen. Geben sie dem Patienten Zeit, sich langsam aus seiner Trance zu befreien.

Beobachtete Phänomene während magnetischem Schlaf
Während man in mesmerischer Trance zumeist die normalen Trancephänomene, wie Bulbigleiten, vermehrte vegetative Darmtätigkeit und trockenes Schlucken sieht, kommt es auch zu sogenannten somnambulistischen Paraphänomenen, welche hier noch kurz beschrieben werden sollen. Wie auch in normaler Hypnose kann es sein, dass der Patient die Augen geschlossen hat und wenn man die Augenlider mechanisch öffnet, trotzdem nichts sieht. Man kann ihm auch sagen, er soll die Augenlider wieder öffnen und er bleibt in seiner inneren Welt, ohne außen etwas wahrzunehmen.
Weiters ist es so, dass Somnambulisten außer der Stimme des Magnetiseurs oft nicht mehr wahrnehmen. Überdies treten verschiedene Formen von Parästhesien und Anästhesien auf.

Lucider Somnambulismus
Hier kommt es zu schwer erklärbaren Phänomenen und Wahrnehmungen. Das Phänomen der Lucidität tritt nicht bei allen magnetisierten Personen auf. Auch während des magnetischen Schlafes ist Lucidität oft nur transient. Das häufigste Phänomen ist optische Wahrnehmung mit verschlossenen Augen. Patienten im magnetischen Schlaf sind gelegentlich in der Lage – trotzdem die Augen geschlossen oder verbunden sind – klar im Raum zu sehen und verstehen nicht immer, dass sie ihre Augen geschlossen haben.
Sehr typisch ist das Beispiel einer eigenen Beobachtung von einem Patienten, bei dem ich zur Tranceinduktion mit seinem Einverständnis mesmerische Passes versucht habe. Die Trance verlief komplikationslos, brachte das gewünschte Ergebnis und war insgesamt unauffällig. Am Ende der Sitzung fragte ich den Patienten, an was er sich erinnere und was er erlebt habe. Er sagte mir, es sei ein angenehmer, entspannter Zustand gewesen. Das einzige, was ihm während der ganzen Sitzung lästig war, dass es ihm nicht gelungen sei, seine Augen zu schließen und er die ganze Sitzung mit offenen Augen zugebracht habe. In Wirklichkeit hatte er die Augen durchgehend geschlossen, wie auch die der ganzen Sitzung beiwohnende Assistentin bestätigen konnte. Erst als ich ihm schriftliche Aufzeichnungen aus der Literatur über dieses Phänomen zeigen konnte, ließ er sich überzeugen, dass dies ein Phänomen war, welches gar nicht so selten beobachtet wird.
Das Phänomen tritt meist spontan auf, und aus eigener Erfahrung wird es von Hypnotisanten so beschrieben, als würde sich das Bild des Raumes von unten langsam öffnen, so als würde der Patient seine Augenlider langsam öffnen. Bei genauer Befragung beschreibt der Hypnotisant das Bild als etwas unscharf und in der Farbintensität der Wahrnehmung eingeschränkt. Das Phänomen wird in der Literatur sehr oft beschrieben und findet derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Erklärung.
Für einen therapeutischen Erfolg ärztlicher Hypnose und Trance ist das Phänomen belanglos.

Intuition
Auf Befragung sind lucide Patienten in der Lage, Angaben über Ereignisse u.a. auch in die Zukunft zu machen, diese exakt zu beschreiben und auch zeitliche Vorhersagen zu treffen, die auf die Minute genau stimmen. Beschrieben ist u.a. die exakte Vorhersage des Zeitpunktes und der Art der Geburt durch Schwangere. Bemerkenswert ist auch ein besonderer Sinn für die innere Anatomie.
Lucide Patienten können, auch wenn sie keine Ausbildung in Anatomie oder Medizin haben, exakte Angaben ihrer inneren Organe machen und diese beschreiben. Beschreibung zukünftiger Ereignisse treten oft mit großer Präzision auf, sodass der Magnetiseur oft selbst überrascht ist.
Als Beispiel erwähne ich hier eine Studentin, welche im magnetischen Schlaf den Ablauf einer Prüfung vorhersagte, den Raum, wo die Prüfung stattfinden werde, genau beschreiben konnte und sogar, dass der Prüfer den obersten Kragenknopf offen haben werde. Sie konnte auch die Anzahl der Prüflinge und deren Aussehen beschreiben. Als es dann tatsächlich zur Prüfung kam, fand das genannte Ereignis genau wie von ihr vorhergesehen statt, u.a. hatte der Prüfer auch den obersten Kragenknopf geöffnet.
Die Angaben, welche Somnambulisten auf Befragung hin zu solchen Themen machen, sind von bemerkenswerter Klarheit und Selbstsicherheit. Beachten sie aber, dass die Angaben nicht immer stimmen und dass auch mit derselben Selbstverständlichkeit manchmal vollkommen falsche Angaben gemacht werden.

ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG – geschichtliches, Hypnose Österreich

Es ist trotz erweiterter Messtechniken schwer, „Mesmerischer Trancen“ und Phänomene im magnetischen Schlaf zu deuten. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahrhunderte haben zwar eine Vielzahl von bemerkenswerten Phänomenen beschrieben, eine wissenschaftliche Erklärung dafür steht allerdings aus.
Mesmerische Passes und Tier-Magnetismus im Sinne magnetischen Schlafes werden in der modernen ärztlichen Hypnose im Allgemeinen nicht mehr verwendet. Dennoch kann man sagen, dass sich Mesmerische Passes sich erfahrungsgemäß durchaus zur Tranceinduktion eigenen und die Führung einer therapeutischen Trance im Sinne ärztlicher Hypnose im Folgenden dann aber nach Richtlinien und Empfehlungen der modernen Hypnose bzw. z.B. der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche oder zahnärztliche Hypnose durchgeführt werden sollte.
Unbestritten ist die Faszination, die davon ausgeht, mit Mesmerischen Trancen zu experimentieren. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit mancher Ereignisse ist allerdings dringend zu empfehlen, eine entsprechende Ausbildung in ärztlicher oder zahnärztlicher Hypnose vorher durchzuführen. Es ist auch nicht zu empfehlen, solche Experimente an Patienten durchzuführen, welche aufgrund einer Erkrankung und einem entsprechenden Leidensdruck ärztliche Rat oder ärztliche Hilfe suchen.

Mit wem auch immer Sie magnetisch somnambulitische Experimente machen, holen Sie vorher eine schriftliche Einwilligung ein und klären Sie die Person über mögliche auftretende Ereignisse ausreichend auf.
Beachten Sie, dass die ärztliche Hypnose ein hilfreiches, ergänzendes Instrument zur anerkannten Schulmedizin ist, diese aber nicht so einfach ersetzen kann. Mesmerische Trancen stellen eine Sonderform der Hypnose dar, für welche eine wissenschaftliche Erklärung weitgehend fehlt. Machen Sie sich bewusst, dass sie mit Mesmerischen Trancen in einem Bereich arbeiten, welcher auf einer unsicheren Rechtsgrundlage steht. Achten Sie immer auf das Vertrauen, das ihnen der Mensch, der ihnen gegenüber sitzt, entgegen bringt und gehen Sie verantwortungsvoll damit um.

Das Seminar über „Mesmerische Trancen“, welches im Rahmen der Supervisionsklausur der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche und zahnärztliche Hypnose angeboten wird, dient nicht dem Erlernen von Behandlungsmethoden, sondern ausschließlich der historischen und kulturellen Information zum Hintergrund der Entwicklungsgeschichte der Hypnose in Europa. – Hypnose Österreich

Rechte gesammelt beim Autor

Autor:
Univ.-Prof. Dr. med. Robert Gasser PhD (Oxford University, UK),
Abteilung für Kardiologie, LKH-Universitätsklinikum Graz,
Auenbruggerplatz 15,
8036 Graz
robert.gasser@klinikum-graz.at

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