Hypnose Kongress: VAKOG- System, was ist das?

 

Hypnose Kongress: Das VAKOG-System repräsentiert unsere fünf Sinneskanäle. In welchem Ausmaß die verschiedenen Sinnesmodalitäten beim Wahrnehmen der Umgebung angesprochen werden, ist hierbei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Denn jede Person hat meist ein bis zwei Sinneskanäle, die sie (unbewusst) bevorzugt benutzt.
Die meisten Menschen sind vor allem visuelle, auditive und/oder kinästhetische Typen. Mischtypen, z.B. visuell-kinästhetisch, sind dabei sehr häufig.

V– visuell (sehen)
A– auditiv (hören)
K– kinästhetisch (fühlen)
O– olfaktorisch (riechen)
G– gustatorisch (schmecken)

Im NLP macht man sich dieses Wissen zunutze, um den Rapport/die Beziehung zu dem Gesprächspartner bzw. dem Hypnotisanden zu verbessern. Kennt man nämlich dessen Hauptrepräsentationskanal/-kanäle, so kann man bewusst die Sinne des anderen ansprechen, also sozusagen in der „gleichen Sprache“ sprechen, was wiederum Vertrauen schafft. Der Gesprächspartner sieht/fühlt/hört sich besser verstanden.

Aber woher weiß man nun, welche Repräsentationskanäle das Gegenüber primär nutzt?
Um dies herauszufinden gibt es ganz einfache Tests: Hypnose Kongress

  1. Beispielsweise bittet man seinen Gesprächspartner sich an eine bestimmte Tätigkeit oder an einen Ort zu erinnern (Zähneputzen, Wohnung der Großmutter etc.).
    Was fällt ihm dazu als erstes ein? Sieht er ein Bild (visuell)? Hört er ein typisches Geräusch (auditiv)? Verbindet er damit zuallererst ein Gefühl (kinestäthisch)? Oder einen bestimmten Geruch (olfaktorisch)?…usw…
    So wie sich der Person die Erinnerung an etwas repräsentiert (als Bild, Geruch, Gefühl etc.), zeigt sich, über welchen Sinneskanal sie diese Dinge hauptsächlich wahrgenommen hat.
  2. Eine weitere Möglichkeit ist es sie/ihn darum zu bitten, einem vom letzten Wochenende oder vom letzten Urlaub etc. zu erzählen. Dabei sollte man besonders auf die Wortwahl achten, denn die Hauptrepräsentationssysteme machen sich auch in der Sprache bemerkbar. Welche Wörter werden also besonders häufig benutzt?

Wörter und Wortwendungen der jeweiligen Repräsentationssysteme:

  • visuell: sehen, beobachten, scharf, unscharf, verschwommen, hell, dunkel, klar, farbig, glänzend, „ein Licht aufgehen“
  • auditiv: hören, stimmig, monoton, laut, leise, schrill, klingen, dumpf, ruhig, „das Gras wachsen hören“
  • kinästhetisch: fühlen, angenehm, beklemmend, spüren, entspannt, warm, kalt, einfühlsam, „etwas nicht begreifen können“

Um das Testergebnis zu präzisieren, kann man 1.) und 2.) mit variierenden Erinnerungen ein paar Mal wiederholen.

Auch die Augenbewegungen können einen Hinweis auf das bevorzugt verwendete Repräsentationssystem geben. Erinnert man sich zum Beispiel an die eigene Mutter und erinnert sich an ihr Aussehen, so kann sich dies (bei Rechtshändern) in einem kurzen Blick nach links oben zeigen (visuell erinnert). Bei einer auditiven Erinnerung (an ihre Stimme etc.) schweift der Blick hingegen kurz nach mittig links.

Hat man seinem Gegenüber nun einem Kanal zugeordnet, so sollte man sich bewusst auf diesen einstellen und seine Wortwahl entsprechend angleichen. Beispielsweise sollte man zu einem „visuellen Typ“ möglichst bildhaft, lebendig und farbenfroh sprechen und in einem Gespräch mit einem „auditiven Typ“ neben der angepassten Wortwahl zusätzlich vermehrt auf die eigene Stimmlage und Betonungen achten.

Das Wissen um die Hauptrepräsentationskanäle lässt sich auch gezielt therapeutisch nutzen.
In der Hypnosebehandlung verhilft das bewusste und verstärkte Eingehen auf den primären Sinneskanal einerseits zu einer schnelleren Induktion und einer Trancevertiefung, andererseits beeinflusst es auch den Erfolg des Reframings. Ist beispielsweise das Ziel eine Schmerzlinderung zu erreichen, so kann man den visuellen Typ anleiten dem Schmerz eine bestimmte Farbe oder ein Bild zuzuordnen, welches im Folgenden nach und nach umgewandelt wird. Bei einem hauptsächlich auditiven Typ wiederum wäre wahrscheinlich eine Assoziation des Schmerzes mit einem bestimmten Klang sinnvoller.
Die Schmerzempfindung wird sozusagen in einen anderen Sinneskanal übertragen und kann hier bearbeitet werden.

Generell gilt: Neben dem Wissen um den Hauptrepräsentationskanal sollten alle anderen Sinneskanäle natürlich nicht außer Acht gelassen und miteinbezogen werden, denn das macht die Erzählungen erst lebendig und authentisch! Hypnose Kongress

Autor:
Galina Niemeyer

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